Zivilschutz

Kurs Nr. 2014-7004.09. Ich liebe Nummern, vor allem, wenn sie sich so adrett aneinander reihen wie Soldaten in Habachtstellung auf dem Kasernenplatz, die Reihen dicht geschlossen, die Fahne bereits aufgezogen. Das Aufgebot zum Wiederholungskurs des Zivilschutzes nach Art. 36 ZSG zittert in meinen Händen wie eine Kompaniefahne im Wind.
Das Aufgebot ist hinterhältig. Es versteckt sich unscheinbar und federleicht zwischen der restlichen Post. Der Briefträger muss es – ich vermute auf behördliche Weisung – mit Absicht in die Mitte des Briefstapels geschoben haben, weil man beim Durchsehen der Rechnungen, Reklamesendungen und Gewinngarantien für seelisch Labile nicht mit solcher Tücke rechnet. Hat man das Aufgebot einmal in der Hand, lässt es sich nicht mehr leugnen oder vergessen. Es ist ebenso aussichtslos, es wegzuwerfen. Es kehrt immer wieder zurück. Wie ein Fluch, der sich gegen den Beschwörer wendet. Nicht zu wissen, ist ein Segen, sagte einmal einer, der es wissen muss, dessen Namen ich aus Unachtsamkeit aber vergessen habe. Aber recht hatte er.
Das Aufgebot ist ein Glanzstück behördlichen Lakonismus. Oben links prangt das Hoheitszeichen der regionalen Zivilschutzorganisation, rechts daneben das Gemeindewappen. Die verheerende, föderale Achse Bund-Kanton. Der Titel ist nicht zu klein geraten, da hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz nicht mit Druckerschwärze gegeizt. Man will sich Gehör verschaffen. Rechts neben der Überschrift in Arial 28 Punkt fett steht die Kursnummer 2014-7004.09 in Arial 32 Punkt fett. Die Logik springt wie ein schlecht gelaunter Taschenteufel ins Auge: Weil unverständlich aneinander gefügte Ziffern irgendwie gefährlich wirken, liest man besser gut durch, was unter ihnen steht. Unter dem Titel folgen die genaueren Informationen des Urteils. Sicherheitshalber hat einer der Schreibtischtäter Einrückungs- und Entlassungsdatum in Kapitallettern in die Zeile gehämmert. Ich folge seinem bösen Willen und verzeichne mir Einrückungs- und Entlassungsdatum auch grossgeschrieben in den Kalender. Das Entlassungsdatum in grün. Grün steht für Hoffnung.
Antreten auf acht Uhr morgens. Es ist ein zauberhafter Morgen, ein Morgen schön wie ein schüchternes Mädchen. Jedem Anfang liegt ein Zauber inne, meinte Hesse einmal, bevor er begann, langweilige Bilder zu malen. Lieber warten, bis der Anfang zu Ende ist, denke ich und trete dennoch aus dem Haus. Auf den Stromleitungen und Dachrinnen balzen Amseln. Eine Katze wendet sich genüsslich im Strassenstaub. In der Nähe gibt es eine Steinerschule. Auf dem Gehsteig hüpfen mir Kinder entgegen, der Schulranzen mit Kuhfell Jahrgang 1936 schaukelt fröhlich auf den Schultern. Da gehen sie hin, konturlose Wachsstiftbilder malen und Faust, der Tragödie erster Teil, eurhythmisieren. Tragik ist Komik in Spiegelschrift, rezitiere ich traurig und denke, wie schlimm alles doch ist. Dabei bin ich noch so jung. Ich schlucke leer. Mein Hals fühlt sich an, als hätte ich aus lauter Verzweiflung auf einem feuchten Wollpullover rumgekaut. Als ich die Abzweigung zum Sportplatz erreiche, will ich ein wenig weinen, aber es gelingt mir nicht.
Nach guter alter Sitte befindet sich die Zivilschutzanlage in allen Gemeinden des Landes jeweils in unmittelbarer Nähe des Sportplatzes. Das ist ein hehres Gesetz, in Stein gemeisselt wie das Datum der Schlacht von Morgarten oder der Mobilmachung unter General Guisan. Sportplätze bilden den Geist von Alpenfestung und Landesaustellung. Dass sie jeweils untergraben werden von mehrstöckigen Bunkeranlagen hat seinen guten Sinn. Während des nuklearen Winters lässt sich an strahlenden Tagen Fussball spielen. Da sich die Haut dabei schnell vom Fleische löst und in nassen Fetzen in die Socken rutscht, ist es durchaus praktisch, dass man nicht so weit zu gehen hat für ein kleines Match. Ich werde bald schon erkennen, dass es auch noch andere funktionale Verbindungen zwischen Sportplatz und Zivilschutzanlage gibt.
Vor dem Bunkereingang wartet bereits eine kleine Gruppe auf die Vollstreckung des Aufgebots zu Kurs Nr. 2014-7004.09. Einige starren stumm vor sich hin, andere rauchen nervös. Ich grüsse und stelle mich dazu. Jene, die mich noch vom letzten Jahr kennen, grüssen niedergeschlagen zurück. Eine Schicksalsgemeinschaft.
Es ist 8 Uhr 15. Die ersten Wartenden setzen sich auf den Gehsteig in die Sonne. Eine junge Frau spaziert mit einem Hund vorbei. Man grüsst sie freundlich, fast schon charmant. Die Frau erspart sich eine Antwort. Bauarbeiter hätten ihr neckisch nachgepfiffen, Soldaten sie zu einer Rundfahrt mit dem Radschützenpanzer eingeladen. Zivilschützer ersparen sich solche chauvinistischen Ausbrüche. Man würde sie ja doch nicht ernst nehmen, denken sie und liegen richtig.
8 Uhr 30. Die Bunkertüren öffnen sich wie die Pforten des Hades. Der Zivilschutzkommandant stiefelt ins Licht empor. Die Uniform sitzt wie eine zweite Haut. Die Stiefel sind blank gefettet. Die Morgensonne glänzt auf den spiegelglatten Kappen. Haupthaar und Schnurrbart tragen einen grauen Schimmer. Das Hemd ist eng unter dem Kehlkopf geschlossen. Meine Herren, begrüsst uns der Kommandant im bedeutungsschwangeren Veteranenton. Man erhebt sich. Es war sehr schön in der Sonne. Der Kommandant winkt uns herein. Ich denke an die Gebrüder Grimm. Hänsel und Gretel betreten das Lebkuchenhaus. Kommt nur herein, Kinder. Ach, der dunkle Föhrenwald.
Im Gänsemarsch trotten wir in die Bunkeranlage. Es riecht nach feuchtem Keller, Maschinenöl und Traurigkeit. Von nun an verfügen wir über ein seltsames Schwarmbewusstsein. Senkt einer seine Hände in die Hosentaschen, machen dies sogleich alle anderen auch. Sucht sich einer einen halben Meter freie Wand, um sich anzulehnen, suchen auch die anderen freie Wände. Kramt einer sein Telefon hervor, um auf die Uhr zu schauen, schauen die anderen mit. Mit der Zeit muss man für derlei synchronisierte Handlungsabläufe gar nicht mehr nebeneinander stehen und auch keinen Blickkontakt haben. Wie ein elektromagnetischer Impuls strömt der Anstoss zum Warten, Sitzen, Uhrschauen und wieder Warten durch die Gemeinschaft und erreicht auch diejenigen, die beispielsweise draussen vor dem Bunker in der Sonne sitzen oder drinnen vor der Kaffeemaschine an die Wand lehnen.
Der Kommandant hat sich aus dem Theaterfundus der örtlichen Laiengruppe ein hölzernes Rednerpult in den Raum gestellt. An diesem steht er nun und ordnet die Formulare der Antrittsverlesung. Vor ihm warten einige leere Stuhlreihen, die wir nun allmählich füllen. Um 8 Uhr 40 hat auch der letzte Verurteilte den Weg aus der Sonne in das finstere Tal gefunden. Wir werden ruhig und nachdenklich. Hie und da ein Husten oder ein nervöses Räuspern. Der Kommandant schaut in die Runde. Ich denke, gleich blickt er auf die Uhr und räuspert sich dann. Der Kommandant blickt auf die Uhr und räuspert sich dann.
Meine Herren, wiederholt er. Ich begrüsse Sie herzlich zum diesjährigen WK Schutz und Betreuung. Wir werden die Sache gleich gestalten wie die Jahre zuvor. Berger und Schöni haben auch diesmal wieder eine Übung zusammengestellt. Der Kommandant zeigt auf Berger und Schöni, die in der ersten Reihe sitzen. Sie nicken langsam und schauen sich dabei von der Seite an. Nachdenklich, wie mir scheint. Der Kommandant fährt fort: Ansonsten die gleiche Prozedur wie jedes Jahr. Fühlt sich jemand nicht fähig, heute zum Wiederholungskurs anzutreten? Hat jemand ein Arztzeugnis? Ein sehnsüchtiges Kopfschütteln seufzt durch die Wartenden. Gut, das scheint nicht der Fall zu sein, also dann die Antrittsverlesung.
Die Namen werden in alphabetischer Reihenfolge aufgerufen. Wer seinen Namen hört, hebt die Hand oder gibt einen menschenverwandten Laut von sich, je nach psychischer Verfassung eine Art scharfes Bellen oder ein müdes Grunzen. Immerhin: zwei Drittel der Aufgerufenen sind auch wirklich anwesend. Ich finde das schön, der Kommandant auch.
Es folgt eine kurze Stille. Der Kommandant scheint sich zu sammeln. Ich ahne, dass er eine Schlüsselstelle in seinem Monolog erreicht hat, aber den Schlüssel nicht findet. Schöni rettet ihn. Karten, flüstert er genervt aus dem Schutz der ersten Reihe. Der Kommandant nickt ergriffen und räuspert sich, um dann schwungvoll in den Epilog seiner Antrittsrede einzumünden.
Es freut mich, dass die Gemeinde uns trotz zäher Budgetdebatten einen Extraposten für neue Karten zugesprochen hat. Ich durfte die Karten bereits sehen. Sie sind laminiert und sehr schön. Eine sichtliche Rührung zittert ihm um den Schnurrbart. Die Karten müssen wirklich sehr schön sein, denke ich. Deswegen wird es auch gleich die erste Aufgabe der Stabsassistenten sein, den neuen Führungsraum einzurichten. Er weist um sich, und ich benötige eine Weile, um zu begreifen, dass die Betonkammer, in der wir sitzen, der neue Führungsraum ist. Jetzt wünsche ich euch allen einen guten WK. Auf gutes Gelingen. Der Applaus ist dürftig aber ehrlich. Man muss den Kommandanten einfach mögen. Da hat der alte Fuchs der Gemeinde doch tatsächlich Geld für schöne und laminierte Karten abzwacken können. Ich zahle hier ja auch nur mässig Steuern, anscheinend hauptsächlich, damit das heimische Freibad mit der Ästhetik eines Reaktorkühlbeckens aus Tschernobyl nicht schliessen muss. Aber die Karten, die gehen mir wirklich nahe, wie ich erstaunt feststelle. An der nächsten Gemeindeversammlung werde ich in der ersten Reihe sitzen.
9 Uhr 30. Während wir auf die schönen Karten warten, die der Kommandant holen gegangen ist, zeigt Berger dem Schöni seinen Subaru. Ich suche derweil die Kaffeemaschine, die es hier irgendwo geben soll. Sie ist schnell gefunden, indem man einfach der dichtesten Ansammlung schlendernder Zivilschützer folgt, die grundsätzlich erst zum Stehen kommt, wenn sie entweder einen freien Stuhl oder einen Getränkeautomaten erreicht hat. Um die Kaffeemaschine tummelt sich ein lahmer Schwarm. Es geht eine Weile, bis alle mit Kaffee bedient sind. Die Miostar Caruso ist sich solche Geschäftigkeit nicht gewohnt, mahlt und zischt aber mit glühenden Kolben. Als ich endlich einen Plastikbecher in den Händen halte, habe ich zweimal das Dornacher Amtsblatt vom letzten Freitag gelesen und mir einmal erklären lassen, dass der FC Basel in die Deutsche Bundesliga gehört. Der Kaffee sieht aus wie heisses Wasser mit grauer Farbe und schmeckt auch so. Ich peppe das Heissgetränk mit einem guten Schuss Kaffeesahne Ablaufdatum Dezember 2013 auf. Eine wirklich gute Idee, wie sich abends herausstellt.
9 Uhr 50. Der Kommandant hat die schönen Karten inzwischen gefunden und sie wie ein freimaurerischer Zeremonienmeister in den neuen Führungsraum getragen. Nun ist Einsatz gefragt. Wir erheben uns von den Stühlen und lehnen uns an die Wand. Da Schöni und Berger immer noch draussen beim Subaru sind, müssen wir die Angelegenheit selber in die Hand nehmen. Unter der besorgten Aufsicht des Kommandanten entrollen wir die Karten, um sie anschliessend mit Reisszwecken an den dafür vorgesehenen Lagewänden anzubringen. Die mit einem dünnen Schaumstoff beschichteten Holzwände aber sind härter als gedacht. Ein Hammer wird benötigt. Wo hatte ich den vorhin abgelegt? murmelt der Kommandant nachdenklich. Ich ahne wo und melde mich freiwillig, den Hammer zu holen.
Wieder bei der Kaffeemaschine angelangt, wo der Hammer tatsächlich auch liegt, lasse ich mich in ein Gespräch über Vor- und Nachteile von Kolbenkaffeemaschinen verwickeln. Als wir die kapitalistische Raubzugmentalität von Kapselsystemen zu erörtern beginnen, kommen mir die Karten und der fehlende Hammer wieder in den Sinn. Zurück im Führungsraum treffe ich allerdings niemanden mehr an. Die Karten liegen verwaist auf den Tischen. Ich trage den Hammer zurück zur Kaffeemaschine. Dort bereitet man sich auf den Aufbruch vor. Kaffeepause in der Dorfkneipe. Na endlich.
10 Uhr 45. Zurück am Arbeitsplatz. Berger und Schöni haben im Führungsraum Stellung auf zwei Bürostühlen bezogen. Der Kommandant ist abgerückt. Mit vereinten Kräften nageln zwei Freiwillige die Karten an die Holzwände. Der Rest begutachtet sitzend horizontale und vertikale Lage der Karten im Verhältnis zur Betondecke. Ich stelle währenddessen erschrocken fest, dass sich hier unten nur ein schwaches Internetsignal einfangen lässt. Klappt bei mir auch nicht, teilt mir einer der elf Wartenden niedergeschlagen mit. Es verbreitet sich das Gerücht, es gebe im Amtsblatt noch ein unausgefülltes Kreuzworträtsel. Leider komme ich zu spät. Drei Stabsassistenten beugen sich bereits über die Zeitung und diskutieren, ob man Widerstand oder Wiederstand schreibt. Das Lösungswort ist Spiralnebel.
Um 11 Uhr 20 hängen die Karten. Berger nickt anerkennend. Sieht doch gut aus, sagt er. Wir stimmen ihm zu. Sieht wirklich gut aus. Da wir in einer öffentlichen Kantine des örtlichen Industriequartiers zu Mittag essen, wollen wir lieber frühzeitig dort sein, um nicht lange anzustehen. Auf dem Weg hinunter in die Industrie erzählt mir Schöni, früher hätten sie jeweils im WK noch selber gekocht. Am Montag gab es Nudeln mit Dosensauce, am Dienstag Kartoffelstampf mit Ragout und Dosenerbsen, am Mittwoch Nudeln mit ein wenig Dosensauce und Kartoffelstampf mit ein wenig Ragout und Dosenerbsen, am Donnerstag Nudeln mit Kartoffelstampf und am Freitag seien sie an den Bahnhof zum Türken. Jetzt sei es halt nicht mehr wie früher und man gehe ins Restaurant essen. Ich höre die Verachtung in Schönis Stimme. Die Zeiten werden nicht besser, nur anders.
Die Kantine hat bereits regen Andrang. Wir haben einen reservierten Tisch mit Sicht auf die Hallenrückwand einer Speditionsfirma. FUCK, teilt uns ein grelles Graffito nachdenklich mit. Am Nebentisch tafelt eine Meute Anzugträger, die immer wieder höhnisch lachend auf unsere Zivilschutzblusen schielt. Die Oberteile haben wir in einer Pause zwischen zwei Kaffeepausen bezogen. Euch wird das Lachen schon vergehen, sollte es einmal zur zivilen Katastrophe kommen, denke ich würdevoll und streiche meine Bluse glatt. Nach dem Essen warten wir vor der Kantine bis Berger seinen zugeparkten Subaru befreit hat. Danach geht es zurück zur Zivilschutzanlage. Es ist ein warmer Tag, und mein Nasenrücken hat schon heisse Stellen. Ich werde mich verbrennen, denke ich und finde das ärgerlich. Mit verbrannter Nase sehe ich aus wie ein erkälteter Nasenaffe.
14 Uhr 10. Die Mittagspause neigt sich langsam dem Ende zu. Am Nachmittag herrscht strikte Arbeitsteilung wie in den dunkelsten Zeiten der Industrialisierung. Während die eine Hälfte der Stabsassistenten den Führungsraum fertigstellt, übt die andere Hälfte das Aufstellen der mobilen Antenne auf dem Sportplatz. Ich gehöre zur zweiten Gruppe und denke an den Sonnenstand und meine rote Nase. Wir greifen uns die in eine wasserdichte Hülle eingerollten Antennenstangen und machen uns an die Arbeit. Richtzeit: 15 Uhr 30. Zehn Minuten später steht die Feldantenne stolz im lauen Frühlingswind. Wir begutachten zufrieden unser Werk und legen uns in den Schatten eines Haselstrauches, um auf weitere Anweisungen zu warten. Da wir aber keine hören, entschliessen wir uns zur Improvisation. Eine der vielen Stärken des Schweizerischen Zivilschutzes. Zufälligerweise hat jemand ein Wikingerschach im Auto. Zivilschützer sind leidenschaftliche Spieler.
Nach vier Partien und zwei Rauchpausen ist es bereits halb vier. Die Richtzeit genau eingehalten, und dabei haben wir nicht einmal auf die Uhr geschaut. Schöni, der aus dem Bunker geklettert ist, um den Fortschritt unseres Antennenbaus zu kontrollieren, findet lobende Worte, an einer guten Zusammenarbeit könne man sehen, ob ein Team zu einer Gemeinschaft zusammenwächst. Abbauen könne man das Ding ja aber auch nach der Kaffeepause. Das finden wir auch. An unsrer Gemeinde zerschellen die Feinde, summe ich geistesabwesend. Meine Wangen brennen inzwischen wie in der zweiten Sommerferienwoche.
16 Uhr 05. Antennenrückbau und Materialretablierung. Die Antenne ist den spannenden Gesetzen der Schwerkraft wegen rasch abgebaut. Ich sortiere die weissen und roten Spannschnüre nach Farben. Nur weil der Feierabend näher rückt, muss man nun nicht nachlässig werden.
16 Uhr 11. Abtreten in den Feierabend und Ende des ersten Tages.
In dieser Nacht träume ich von Kaffeesahne und Naturkatastrophen. Im Jura ist überraschend ein zuvor unentdeckter Vulkan ausgebrochen und hat das Laufental mit brockender, säuerlich riechender Vollfettsahne zugespuckt. Die Menschen fliehen entsetzt aus ihren Häusern, ihr Hab und Gut müssen sie zurücklassen. Das Militär ist nach Delémont im Stau steckengeblieben. Pionierpanzer und Rettungskräfte kommen nicht weiter als Liesberg. Bereits ist ein Superpuma in den heissen Schwefeldämpfen abgestürzt. Eine fettig schwarze Rauchsäule steigt über Laufen in den Himmel. Ich sitze im Kartenraum des Regionalen Führungsorgans, kurz RFO, und spitze Bleistifte. Mit Bleistiften lässt sich aber nicht auf den laminierten und schönen Karten zeichnen. Dazu bräuchte es Filzschreiber. Berger ist mit dem Subaru unterwegs in die Stadt, um welche zu kaufen. Ich konsultiere das Dornacher Amtsblatt, um die Gefährdungslage zu prüfen. Der Vulkan hat sein unterirdisches Reservoir vollständig ausgespuckt. Mehr wird nicht mehr kommen. Die Laufentaler haben auf den Jurahängen Schutz vor den Sahnewellen gefunden. Nun bleibt nur zu warten, bis das Zeugs ins Leimental abgeflossen ist. Danach wird es im Elsass versickern oder in den Rhein fliessen.
Der zweite Tag beginnt fast pünktlich um 8 Uhr 35. Eine Antrittsverlesung gibt es heute nicht. Man befindet sich ja mitten im Kurs und weiss, was zu tun ist. Vorerst mal Berger und Schöni suchen, die in den Katakomben der Bunkeranlage nach Kisten mit Funkgeräten graben. Es gibt neun Funkgeräte des Typs SE-125. Die hat auch das Schweizer Militär. Die Kosten ein Vermögen, belehrt uns Schöni und betrachtet das Funkgerät wie Parzival den Heiligen Gral. Wir bilden Zweiergruppen mit je einem Funkgerät, um auf dem Sportplatz eine Verbindungskontrolle durchzuführen. Auf dem Weg nach draussen komme ich an der Miostar vorbei. Ein Kaffee liegt noch in der Zeit. Die Sahne aus dem Beutel lasse ich diesmal sein. Ein Barmherziger hat den Beutel wohlüberlegt in die Tiefe eines Regals geschoben. Berger findet ihn trotzdem und giesst sich einen tüchtigen Schluck in seinen dampfenden Becher. Bist du eine Frau, dass du auf deine Linie achten musst? grinst er mich hämisch an. Ich grinse liebevoll zurück.
Die Funkgeräte funktionieren einwandfrei, wie sich nach Einschalten, Kanalwahl und einmal Sprechtaste drücken herausstellt. Vor der Kaffeepause nun noch eine Funkübung zu beginnen, ist wenig sinnvoll. Im Zivilschutz achtet man auch auf zeitliche Synergien. Wir schlendern wie eine Kolonne Frontkämpfer auf Heimaturlaub ins Dorf. Vorhänge werden verstohlen zurückgeschoben. Pensionäre mit vollen Einkaufstaschen bleiben verwundert stehen. Ein Hund, der mir kaum an die Wade reicht, bellt uns giftig an. Auf einer Baustelle senken die Maurer ihre Kellen. Ein vorwitziger Zimmermann pfeift uns nach. Nicht beachten, sagt Schöni. Das sind sowieso Ausländer. Die haben keinen Bevölkerungsschutz.
Im Dorfrestaurant kennt man uns bereits. Die Bedienung, eine Osteuropäerin dem Akzent nach, bringt eine erste Ladung Kaffee und Brötchen. Berger bestellt ein Glas Wasser. An den Nebentischen sitzen Handwerker. Robuste Kerle mit Bartschatten und tief liegenden Augen. Sie trinken ihren Kaffee mit aufgestützten Ellbogen und essen Sandwiches, deren Nährwert meinen Energiebedarf für zwei Tage decken würde. Diese Verpflegungswut ist schon verständlich. Auf dem Bau verbrennt man so einiges. Im Zivilschutz ist eher Kopfarbeit gefragt, denke ich und nippe aristokratisch an meinem Kaffee.
9 Uhr 50. Die Pause ist schon um. Solchermassen gestärkt geht es ins Briefing für die erste Übung. Wir sitzen im Führungsraum und warten auf Berger, der noch rasch aufs Klo musste. Schöni schaut derweil lustige Videos, die er vorsorglich auf seinem Handy gespeichert hat. Der wusste halt, dass es hier kein Internet gibt. Einige Zivilschützer schauen mit. Eben das Schwarmbewusstsein. So lustig scheint das Gesehene aber doch nicht zu sein, denn es lacht hauptsächlich Schöni. Als ich die Gesichter der anderen ein wenig genauer beobachte, stelle ich fest, dass man wohl schon lachen möchte, aber es zu anstrengend ist. Die Gesichtsmuskeln zucken in regelmässigen Abständen. Ein Gluckern steigt aus den Kehlen hoch. Mehr aber ist nicht möglich, um seine Emotionen dem Gegenüber mitzuteilen.
Berger kommt vom Klo zurück. So, an die Arbeit, scheucht Schöni die um ihn Versammelten auf ihre Warteplätze. Er will gerade erklären, dass man nun eine Übung starten würde, als einer der Logistiker aus dem Untergeschoss in den Raum schaut. Schöni, bevor ich es vergesse: Das Klo beim Hauptausgang bitte nicht benutzen. Es ist noch kein Chlortank angeschlossen. Schöni nickt. Ihr habt es gehört. Bitte die sanitären Anlagen im Untergeschoss gebrauchen, sonst müssen die dann putzen. Er lacht meckernd wie eine altersschwache Ziege. Wer die Kraft dazu findet, lacht mit. Berger rülpst einen üblen Geruch nach saurer Sahne in die klamme Bunkerluft.
Um 10 Uhr 30 kann die Übung beginnen. Ich bin unter der Leitung von Berger in die Bunkergruppe eingeteilt. Es gilt die von aussen in den Führungsraum gefunkten Meldungen erstens aufzuschreiben, zweitens zu bestätigen und drittens in die Lagekarte einzutragen. Wer am stationären Funkgerät sitzt, kann gleichzeitig schreiben und bestätigen. Es braucht also noch einen Zeichner für die Karte. Ich melde mich freiwillig, weil ich eine fast erotische Freude daran finde, die noch jungfräulichen schönen Karten mit einem Filzschreiber zu berühren. Nachdem die zwei Posten vergeben sind, geht es auch schon los. Berger und Schöni haben tief in die narrative Trickkiste gegriffen. Das Szenario spielt um den Bahnhof der örtlichen Gemeinde. Ein Chemiezug ist in den entgegenkommenden ICN Basel-Genf geprallt. Die Feuerwehr ist bereits vor Ort. Der Zivilschutz hat anscheinend schon dort gewartet, bevor sich das Unglück ereignete.
Die erste Meldung nimmt noch Rücksicht auf die allgemeine Auffassungsgabe. Die Feuerwehr ist eingetroffen, knistert es aus dem Funk. Der stationäre Funker bestätigt die Meldung und kritzelt sie auf ein Papier. Ich male sorgfältig ein FW für Feuerwehr über den Bahnhof auf der Karte. Dabei bemerke ich, dass die Gemeindekarte jenseits der Gemeindegrenze nur eine weisse Leere zeigt. Der örtliche Bahnhof aber liegt nur zur Hälfte auf Gemeindegebiet. Genau in der Mitte beginnt die Nachbargemeinde. Es ist sozusagen ein Grenzbahnhof. Ich ahne düster, was kommen muss.
Der Lautsprecher knistert wieder. Die Hügelstrasse muss abgesperrt werden. Der Schreiber bestätigt und schreibt auf. Ich brauche nicht lange nach der Strasse zu suchen. Sie liegt in der weissen Leere der Nachbargemeinde. Berger, der die Situation inzwischen scharfsinnig analysiert hat, kommt zum richtigen Schluss: Zeichnest die Absperrung halt irgendwo an den Rand. Ich zeichne stumm eine imaginäre Absperrung in den leeren Kartenrand.
Die nächste Meldung flattert durch den Äther. Bei der Abzweigung Hügelstrasse-Auenweg muss eine Verpflegungsstelle errichtet werden. Ich male das entsprechende Symbol in die Leere. Immerhin berücksichtigt das Szenario die grundlegendsten Bedürfnisse. Die zweihundert Hektoliter Terpentinöl, die aus dem aufgerissenen Chemiezug in die Tiefgarage der Migros plätschern, lassen sich mit leerem Magen nur schlecht bekämpfen. Berger, der sieht, dass ich wieder in der Nachbargemeinde kartographiere, findet Kraft zu einer erstaunlichen Regung: Er schüttelt nachdenklich den Kopf. Dann greift er zum Funkgerät und verlangt Schöni. Der meldet sich sofort. Den Hintergrundgeräuschen nach befindet er sich auf der Sonnenterrasse des Dorfrestaurants. Berger ist ein wenig ratlos. Schöni, die Hügelstrasse befindet sich drüben. Drüben ist ein Euphemismus für irgendwo anders als hier. Der Äther der offenen Funkleitung knistert. Schöni scheint zu überlegen, dann ringt er sich zu einer Antwort durch. Wieso das? fragt er.
Um 11 Uhr 30 ist das Szenario beendet. Die Migros ist abgebrannt, das Bahnhofsgebäude ebenfalls. Es gibt fünfzehn Tote und einunddreissig Verletzte, sieben davon schwer. Ich betrachte die Lagekarte. Das Gemeindegebiet ist bis auf wenige Brände relativ unbescholten davongekommen. Die Nachbargemeinde hingegen hat es schwer getroffen. Immerhin gibt es vier Koordinaten, die sich auch tatsächlich auf der Karte befinden, zwei davon sind Migros und Bahnhofsgebäude, die dritte der Kommandoposten des Zivilschutzes, der sich sinnigerweise in der Zivilschutzanlage beim Sportplatz befindet, also genau dort, wo ich sitze. Die vierte Koordinate ist die Totensammelstelle auf dem Dorfplatz vor der Gemeindeverwaltung. Man kann den Bürger nicht vor diesem Anblick schützen, die Gefahren einer aus den Fugen geratenen Welt nehmen keine Rücksicht auf zivile Bequemlichkeit und Lethargie. Zögerliches Handeln mag unseren Alltag bestimmen. Im Zivilschutz aber muss dieser weiche Kern mit glühenden Eisen ausgebrannt werden, bis unser Geist in einen stählernen Mechanismus umgeformt ist. Ich schaue zu Berger, der mit dem blauen Filzschreiber ein Abbild seines Subaru auf ein leeres Blatt zeichnet und dabei leise Motorengeräusche von sich gibt.
Das Mittagessen nehmen wir wieder in der Kantine des Industriequartiers ein. Man hat sich bereits an unseren Anblick gewöhnt. Die Anzugträger vom Nebentisch sind auch wieder da. Sie kümmern sich aber nicht weiter um uns. Wahrscheinlich hat ihr Chef gesagt, sie sollen uns in Ruhe lassen. Wie ihr möchtet, dass man mit euch umgeht, so geht auch mit anderen um, intoniert der Chef in einem prophetischen Duktus. Das hatte ihm an der HSG einmal eine Kommilitonin erklärt, die auf Sokrates und Augustinus stand, er aber stand auf sie und deswegen musste er auch auf Sokrates und Augustinus stehen, auf jeden Fall solange, bis er neben ihr erwachte. Die Anzugträger nicken und machen sich eine Notiz ins ledereingefasste Tablet. Man lernt auch beim Mittagessen immer was dazu.
Am Nachmittag wechseln die Gruppen ihre Funktionen. Nun sind wir die Aussenfunker und Schönis Gruppe darf im Bunker bleiben. Berger hat inzwischen erfahren, wo Schöni am Vormittag mit seinen Leuten war. Ich lag mit meiner Vermutung richtig. Auf der Sonnenterrasse des Dorfrestaurants hat es noch genügend Platz. Die Handwerker kommen erst nach drei, nur einige Pensionäre sind noch anwesend. Wir bestellen kalte Getränke und warten auf den Beginn der Übung. Um Druckertinte zu sparen, haben Berger und Schöni nur ein Szenario geschrieben. Wir halten also die gleichen Funkmeldungen in den Händen, die wir morgens im Bunker empfangen haben. Bergers Funkgerät knistert. Schöni gibt den Start der Übung durch. Ich sende die erste Meldung ab. Die Feuerwehr ist eingetroffen. Der Empfänger wiederholt die Meldung, ich höre das Kratzen seines Bleistifts. Im Hintergrund stellt der Kartenzeichner erstaunt fest, das sei ja die genau gleiche Übung. Schöni bestätigt. Ja, aber diesmal mit vertauschten Funktionen.
Die zweite Meldung geht raus. Die Hügelstrasse muss abgesperrt werden. Ich sehe den Kartenzeichner, wie er auf der Lagekarte eine nicht vorhandene Strasse sucht.
Die dritte Meldung wird gefunkt. Dann ist plötzlich Schluss. Wir können keine Verbindung mehr herstellen. Es beschleicht uns die Angst, wir sässen ausserhalb des Funknetzes und müssten nun die Stellung wechseln. Da wir vor einem Augenblick eine weitere Runde Eistee bestellt haben, wäre das blöd. Berger greift zum Handy und ruft Schöni an. Unsere Befürchtung bewahrheitet sich nicht. Wir liegen nicht ausserhalb der Reichweite. In der Zivilschutzanlage testen die Logistiker den Notstromgenerator im dritten Untergeschoss. Aus noch unbekannten Gründen ist dabei eine Sicherung durchgebrannt und hat die Dockingstation des stationären Funkgeräts lahmgelegt. Berger diskutiert mit Schöni, wie nun weiter vorzugehen ist. Man könnte die Dockingstation auf Akkubetrieb um… Eine kurze Unterbrechung. Berger lauscht. Schöni scheint zu sprechen. Ja, ist gut, wir machen Pause, bestätigt Berger und hängt auf. Wir widmen uns wieder unserem Eistee und schalten die Funkgeräte aus.
15 Uhr 20. Bis zur Austrittsverlesung des Kommandanten sind es noch vierzig Minuten. Das reicht für die Intensivierung meines Sonnenbrandes. Man könnte die Sonnenschirme aufspannen, aber ich finde nicht die Kraft dazu, mich zu erheben. Die osteuropäische Bedienung zeigt auch keinen Willen, unsere missliche Lage zu ändern, obwohl sie genau sieht, wie wir mitten in der prallen Sonne sitzen.
Um 15 Uhr 50 ist es Zeit, die Übung offiziell zu beenden. Berger hält fest: Guter Start, danach einige technische Schwierigkeiten.
Zurück im Führungsraum erwartet uns bereits der Kommandant. Schöni hat noch was vor und darf früher gehen. Er verabschiedet sich mit einem raschen Händedruck. Ich sehe, dass er sich auch die Nase verbrannt hat. Der Kommandant schaut sich im neu eingerichteten Führungsraum um. Er studiert stirnrunzelnd die Lagekarte mit den vollgezeichneten Rändern. Fünfzehn Minuten später sind alle Stabsassistenten aus der Übung zurück. Die Austrittsmusterung kann beginnen.
Guten Abend, Männer. Hat sich jemand verletzt oder fühlt sich jemand krank, und ist diese Verletzung oder Krankheit auf die Tätigkeit im Wiederholungskurs zurückzuführen? Der Kommandant schaut in die Runde. Berger streicht sich über den Bauch. Einige schütteln die Köpfe, die meisten schauen zu Boden. Man will doch nicht klagen. Nicht jetzt, da man schon so weit gekommen ist.
Sehr gut. Eine Rückmeldung der Kursleitung? Er schaut zu Berger, der sich ein wenig aufrichtet. Berger sucht nach Worten und findet sie. Ich bin zufrieden mit der Truppe. War eine angenehme Zusammenarbeit. Auch die neuen Karten haben sich bewährt. Die Schwierigkeiten mit der Sicherung der Dockingstation kriegen wir bis nächstes Jahr in den Griff.
Der Kommandant will für den guten Einsatz danken, als Berger sich noch einmal meldet. Es wäre gut, wir hätten auch eine laminierte Karte der Nachbargemeinde. Der Kommandant hebt fragend die Augenbrauen. Die haben drüben doch eigene Karten, stellt er erstaunt fest. Berger schielt zur Lagekarte. Ja, trotzdem. Der Kommandant verspricht, mal unverbindlich beim Gemeinderat nachzufragen. Ich glaube, die Antwort der Gemeinde zu kennen: Drüben haben sie eigene Karten.
Jetzt die förmliche Verabschiedung. Nächstes Jahr dann wieder. Die Dienstbüchlein werden ausgeteilt. Jeder kriegt ein sorgfältig verschlossenes Kuvert mit dem Sold. Zwanzig Franken.
Nachdem wir die Zivilschutzblusen ausgezogen haben, beginnt ein allgemeiner Auflösungsprozess. Die Last der letzten zwei Tage fällt von unseren Schultern. Es ist nicht leicht, in das zivile Leben zurückzufinden. Um die Rückkehr in den Alltag gelingender zu gestalten, beschliessen wir, unseren Sold nach alter Soldatentradition in der Gemeinschaft auszugeben.
Obwohl wir nun nicht mehr uniformiert sind, werden wir im Restaurant wiedererkannt. Habt ihr was vergessen? fragt die Bedienung erstaunt. Nein, Feierabend. Die Kellnerin erfasst die Lage richtig und geht Bier zapfen.
Ich lehne mich zurück und schaue in die Frühlingssonne. Das Bier ist kalt und gut. Ein angenehmes Schaudern kribbelt durch meinen Bauch. Es ist nicht leicht, ein Mann zu sein, denke ich prosaisch. Aber wer ein Mann ist, der tut seinen Dienst zum Wohle einer grösseren Ordnung, auch wenn er dafür ein grosses Opfer bringen muss. Im Militär ist dieses grosse Opfer wohl das eigene Leben, im Zivilschutz bekanntlich die geistige Gesundheit. Der Bevölkerungsschutz wird oft verlacht. Weswegen, das weiss ich nicht. Ich beschliesse, dieser Frage im nächsten WK nachzugehen und bestelle noch ein Bier.

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